Lebenshilfe1Die Niederburger Dorfweihnacht ist schon seit der Gründung 1996 gemeinnützigen und sozialen Zwecken gewidmet. Am Samstag vor dem 4. Advent feiern Niederburger und Gäste für gute Zwecke. In diesem Jahr waren auch an den Folgetagen nach Weihnachten gute Seelen unterwegs um die Lebenshilfe zu unterstützen. Konkret ging es den Helferinnen und Helfern um ein Projekt, das sich mit der Rehabilitation und Betreuung junger Menschen nach Schlaganfällen befasst. Dass dieser Schicksalsschlag jeden treffen kann wissen die Niederburger aus eigener Erfahrung. Dass dann das Angebot der Lebenshilfe in Kastellaun ganz besonders in das Blickfeld rückt, versteht sich da von selbst.

Die Teilnehmer der vierteljährlichen Vereinsstammtische hatten schon frühzeitig den diesjährigen Verwendungszeck festgelegt; es sollte die Wohngruppe der Schlaganfallbetroffenen in Kastellaun sein. Dass das Echo dermaßen positiv ausfiel hatten die Verantwortlichen zwar erhofft, aber so doch nicht erwartet.

Schon eine Stunde nach dem Beginn der Einrichtung von Festplatz, Ständen, Nachbarsscheune und Küche und Keller konnten die fleißigen Helfer „alles ist angerichtet“ melden. Bienengleich ohne große Worte wurden routiniert herrlich weihnachtlich geschmückte Fakten geschaffen. Die eintreffende Gästeschaar füllte bei aufkommender Dunkelheit den Platz des alten Schulhofs. Recht eng und gemütlich ging es zu, die Versorgungsmannschaften hatten alle Hände voll zu tun. Heiß- und Kaltgetränke fanden reißenden Absatz, Gegrilltes und  herzhafter Elsässer-Flammkuchen aus dem mit Holz geheizten Ofen von Toni Muders und seiner Mannschaft fanden schnell hungrige und geniesende Abnehmer. Der Nikolaus besuchte wieder die Kinder, die sich am Feuer und mit Stockbrot die Zeit vertreiben konnten. Eifrige Bienenvölker hatten im Sommer für die Grundlage des Verkaufs der Materialien des Honigstandes gesorgt. Warmes, Kaltes und Herzhaftes hatte Imker Jürgen Krebs erzeugt und angeboten. Mit Honig verwöhnter Lebkuchen fand ebenso seine Genießer. Holzprodukte aus eigener Fertigung sind seit Jahren gern gekaufte Mitbringsel gestaltet von Hans Peter Keßler zu den weihnachtlichen Tagen. „Tante Liesbeths Scheune“ hat sich zum Treffpunkt der älteren Gäste entwickelt. Die neuen Eigner stellten die weihnachtlich dekorierte und wohlig gewärmte Scheune für die Senioren und frierenden Gäste wieder zur Verfügung. Kaffee und Waffeln sorgten auch hier für den Gaumengenuss vor dem Weihnachtsfest. Zu Festende waren es wieder ungezählte Helferinnen und Helfer, die für „rein Schiff“ sorgten, der Platz, Küche und Keller waren schnell geräumt und gereinigt, so dass noch Zeit blieb für manchen Plausch in der Scheune.

Dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind hatten die Backfreunde um Rainer Scholl schon frühzeitig vor dem Fest bekannt gegeben. Zwei Öfen mit Original Niederburger Backesbrot zu backen und den kompletten Umsatz und die Spenden für den gleiche Zweck zu Verfügung zu stellen hatten sie sichLebenshilfe3 vorgenommen. Gesagt, getan, am Wochenende nach Weihnachten wurde der Ofen des Backhauses gleich zwei Mal aufgeheizt und mit Brot beschickt. Mehr als 50 Brote fanden schnell Abnehmer und eifrige Spender. Kein Geld wird für Material und Nutzung des Backhauses entnommen, die Backfreunde stellten Mehl und Zutaten zur Verfügung, die Gemeinde kostenlos das Backhaus.

Die Breitensportabteilung des SVN findet seit geraumer Zeit eifrige Sportler, die auf dem Trampolin für schweißtreibende Bewegung der Kursteilnehmer sorgen. Annette Klockner konnte die Übungsleiterinnen Maria Göring und Petra Vogel gewinnen. Mehr als 30 begeistere Sportler hüpften auf Kommando für den guten Zweck. Die aufgestellte Spendenbox füllte sich schnell.

Neben dem Reingewinn aus dem Verkauf an der Dorfweihnacht stehen für den Verwendungszweck die Spenden aus der Sammelbox, der Standbetreiber, die Erlöse aus der Backaktion und dem Sportabend zur Verfügung. Die Glühweinspende eines Winzers wurde ebenso gerne angenommen, sie trägt zum besseren Festgewinn bei.

Lebenshilfe2Alles in Allem hat die Dorfgemeinschaft wieder gezeigt, dass man sich gerne und uneingeschränkt für Menschen in Not einspannen lässt und dabei viel Spaß haben kann. Ereignis- und arbeitsreiche Wochen liegen hinter den Helferinnen und Helfern. Die Dorfweihnacht war einer der Höhepunkte bei der wieder viele gezeigt haben, dass ihnen gute Nachbarschaft und Gemeinschaft nicht „egal“ sind, sondern das Leben im Dorf zu etwas Besonderem machen können.

Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister