
Um der Vielzahl der Informationen und vor allen Dingen den Desinformationen zu begegnen, hier eine öffentliche Darstellung des Sachverhaltes der o. a. Thematik.
Ausgangs des Monats September wurden im Gemeindewald Fräsarbeiten zur Verbesserung der Wasserführung der Waldwege und Angleichungsarbeiten zur Festigung der Oberflächen durchgeführt. In einem Waldweg, vielen Nutzern als stark frequentierter Wander-, Nordic-Walking-, Reit- und Joggerweg, am Sportplatz Niederburg beginnend, wurden im Laufe mehreren Tagen Massen aufgebracht, die nicht naturidentisch waren. Nutzer des Weges beanstandeten nicht nur den holprigen Zustand, sie brachten Bedenken gegen die Inhaltstoffe des Schüttgutes vor. Glas, Fliesen, Metalle, Kunststoffe, Installationen, Eisen und eine undefinierte grau, grüne Masse waren Anlass zur Beschwerde. Ganze Einkaufsbeutel mit Materialien wurden gesammelt. Dieser Umstand wurde von Nutzern bei der Kripo zur Anzeige gebracht. Das Umweltdezernat der Polizeidirektion Koblenz nahm umfangreiche Ermittlungen auf, die Kreisverwaltung wurde eingeschaltet, genaue Beweisaufnahmen mit Probeentnahmen folgten. Das Umweltdezernat des Kreises, die Wasserwirtschaftsabteilung und die Entsorgungsabteilung waren vorstellig. Die Ortsgemeinde wurde mit einem sofortigen Baustopp belegt. Ermittlungen zu einem Strafverfahren wegen Umweltgefährdung und illegaler Entsorgung wurden aufgenommen. Der Ortsgemeinde wurde verdeutlicht, dass hier ein aufwändiger Prozess (mehrere Gutachten, Gerichtsverfahren, Bußgelder oder andere Strafen für die Verantwortlichen) bevorsteht und letztendlich die Ortsgemeinde als Eigentümer verpflichtet wird, das Material auf amtliche Anweisung hin zu entsorgen. Der Hinweis auf Verfahren und Ergebnisse in anderen Fällen mit Kosten bis zu mehreren 10.000€ folgte. Das beauftragte Unternehmen erklärte sich sofort bereit, das Material auszubauen, die Kreisverwaltung und die Kriminalpolizei verwehrten jedoch unter Bußgeldandrohung die sofortige Ausführung der Arbeiten. Bei einem Ortstermin aller beteiligten Behörden und eines Mitarbeiters der Forstverwaltung ordnete der Ortsbürgermeister den umgehenden Ausbau des Materials an. Die Behördenvertreter erklärten sich darauf hin bereit, auf eine weitere Strafverfolgung und die Erstellung aufwändiger Gutachten zu verzichten. Die Modalitäten des Ausbaus und die nachfolgende Entsorgung des Materials wurden detailliert vorgeschrieben.
Der Niederburger Ortsgemeinderat befasste sich in seiner Sitzung Anfang Oktober eingehend mit der Materie. Die Ratsmitglieder zeigten ihr Unverständnis über die Verfahrensweise der Wegebaumassnahmen und den Einbau ungeeigneten Schüttgutes. Zu keinem Zeitpunkt hatte der Revierleiter über Art und Umfang der Arbeiten informiert. Der Ortsgemeinderat forderte die restlose Beseitigung des Materials und künftig detaillierte Absprachen mit der Wald besitzenden Gemeinde. Die gesamten Ver- und Entsorgungsleistungen müssen für die Gemeinde absolut kostenneutral sein. Gleichzeitig suchte der Ortsgemeinderat juristischen Beistand. Zusammen mit dem Fortsamtsleiter und Mitarbeitern des Forstamtes wurden detaillierte weitere Vorgehensweisen festgelegt, die geforderte Kostenneutralität ist zugesagt und wird so weit möglich kontrolliert. Die Ratsmitglieder forderten die Forstverwaltung auf, künftig nur geeignete und restlos unbedenkliche, umweltverträgliche Materialien in Waldwege der Gemeinde einzubauen. Alle anwesenden Ratsmitglieder bejahten einhellig die Vorgehensweise und stimmten der Entschließung zu. Ein Ratsmitglied enthielt sich der Stimme.
Sollten Überprüfungen der gemachten Detailangaben nötig sein, die Behördenvertreter und die Mitarbeiter der Polizei stehen zur Verfügung, Kontaktmöglichkeiten können benannt werden.
In den letzten Tagen wurde das Material abtransportiert und neues, aus einem Steinbruch stammendes, geeignetes Material aufgebracht und verdichtet.