Aktuelles

Kurioses

Jahreskalender

Bildergalerie

Herman Keßler mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet.

zurück

Im Rahmen einer Feierstunde verlieh der Präsident der Struktur- und Genehmigungdirektion Nord Hans-Dieter Gassen im Auftrag des Ministerpräsidenten Hermann Keßler aus Niederburg für seine fünf Jahrzehnte dauernde ehrenamtliche Tätigkeit die Verdienstmedaille des Landes Rheinland Pfalz. Der Präsident skizzierte die vielfältigen Tätigkeiten von Hermann Keßler mit folgenden Worten:

Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz

am 24.01.2007 an Herrn Hermann Keßler, geb. am 17.06.1936 wohnhaft in Niederburg

Sehr geehrter Herr Keßler,

in diesem Frühjahr sind es sage und schreibe fünf Jahr­zehnte, in denen sie sich freiwillig verschiedenster Auf­gaben im Interesse der Gemeinschaft und ihrer Mit­menschen angenommen haben.

Die Wurzeln ihres herausragenden ehrenamtlichen Ein­satzes liegen in ihrer Leidenschaft für den Fußball. Schon in ihrer Jugend hat diese Sportart sie begeistert. Deshalb war es nahe liegend, dass sie sich über ihre Aktivitäten als Spieler beim Sportverein Blau-Weiß Niederburg hinaus auch in dessen Vorstand engagierten. Ein Vierteljahrhundert haben sie sich dort zum Wohle des Vereins eingebracht und dadurch viel bewegt.

Zunächst waren sie Spielführer der 1. Fußballmannschaft und acht Jahre lang Jugendleiter. Dann über­nahmen sie für ein Jahrzehnt den Vereinsvorsitz. In dieser Zeit waren sie auch mehrere Jahre lang Betreuer der 1. und später der 2. Fußballmannschaft. Vor ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand des Sportvereines Blau-Weiß Niederburg haben sie diesen außerdem über zwei Jahre hinweg als 2. Vorsitzender unterstützt.

An der gesteigerten Attraktivität des Vereins hatten sie, sehr geehrter Herr Keßler, einen maßgeblichen Anteil. Auch zum wachsenden sportlichen Erfolg haben sie viel beigetragen. So spielte sich ihr Verein von der 2. Kreis­klasse bis in die Bezirksliga.

Aber ihr Engagement für den Fußball in Niederburg endete nicht bei ihrer Mitarbeit im dortigen Sportverein. Um endlich den bislang unerfüllten Traum vieler Nieder­burger Sportler von einem „gescheiten“ Sportplatz zu verwirklichen, engagierten sie sich in der heimatlichen Kommunalpolitik. In den 70er Jahren gelang es ihnen schließlich auch, den Ausbau des Sportplatzes zu einem Hartplatz mit roter Erde zu erreichen.

Aus der Motivation mit eigentlich sportlichem Hintergrund erwuchs ein ganze drei Jahrzehnte andauerndes kommunalpolitisches Engagement im Ortsgemeinderat Niederburg und verschiedener seiner Ausschüsse. Davon waren sie auch insgesamt 10 Jahre lang Erster Beigeordneter der Ortsgemeinde. Weiterhin gehörten sie dem Jagdvorstand des Gemeindejagdbezirkes Nieder­burg fast anderthalb Jahrzehnte an. Hinzu kam ihre ebenfalls 15 Jahre währende Mitgliedschaft im Rat der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel sowie verschiedener seiner Ausschüsse.

Daneben waren sie auch in der Freien Wählergemein­schaft der Verbandsgemeinde aktiv. Dort waren sie zunächst drei Jahre lang 2. Vorsitzender, bis sie für weitere sieben Jahre den Vorsitz übernahmen. In diesem Jahrzehnt waren sie außerdem Fraktionssprecher der Freien Wählergemeinschaft im Verbandsgemeinderat.

Bei den Kommunalwahlen vor drei Jahren kandidierten sie schließlich nicht mehr für Orts- wie Verbands­gemeinderat und gaben auch ihr Amt in der Freien Wählergemeinschaft in jüngere Hände. Denn es ist nicht nur ihr Anliegen, selbst etwas für die Gemeinschaft zu tun, sondern auch, andere dazu anzustiften, es ihnen gleich zu tun. Gerne unterstützen sie die jungen Menschen dabei, ihren eigenen Weg im Ehrenamt zu finden.

Aber so ganz an den Nagel gehangen haben sie ihr kommunalpolitisches Engagement natürlich nicht. Seit drei Jahren engagieren sie sich im Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde und werden dies hoffentlich auch noch einige Jahre lang tun.

Darüber hinaus sind sie, sehr geehrter Herr Keßler, auch heute noch eine große Stütze in ihrem Heimatort bei Veranstaltungen und baulichen Projekten. So stellen sie gerne ihre Fachkenntnisse in alter Handwerkstechnik an und in Gebäuden zur Verfügung. Von ihrem Geschick haben auf diesem Wege in jüngster Zeit zum Beispiel die Pfarrkirche und das Backhaus der Gemeinde profitiert.

Auch als Nachbarschaftsmeister waren sie über ein Jahrzehnt hinweg Garant für den Zusammenhalt der Gemeinschaft in ihrem nächsten Umfeld.

Weiterhin waren sie vier Jahre lang Vorstandsmitglied im VdK Ortsverband Oberwesel. Ebenso haben sie sich im dienstlichen Bereich für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Denn hier waren sie sechs Jahre Schwerbehindertenvertreter und gehörten vier Jahre lang dem Personalrat an.

 

Sehr geehrter Herr Keßler,

in den fünf Jahrzehnten ihres ehrenamtlichen Engagements galt es oft, Widerstände zu überwinden und verschiedene Ansichten in Einklang zu bringen. Einfach war das sicherlich nicht, aber dennoch ist es ihnen immer gelungen, das Beste für die gute Sache zu erreichen. Dabei haben sie nie nach einer Bezahlung oder einer Auszeichnung gefragt. Zu helfen hat ihnen einfach Spaß gemacht und es war ihnen Anerkennung genug, wenn alles funktioniert hat.

Doch das ist nicht selbstverständlich. Es verdient im Gegenteil unser aller Dank und Anerkennung. Aus diesem Grund freue ich mich, ihnen heute als äußeres Zeichen des Dankes in Vertretung des Minister­präsidenten die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz aushändigen zu dürfen.

Herzlichen Glückwunsch.

Neben der Familie und Freunden gratulierten Frau Gerda Brager in Vertretung des Landrates des Rhein Hunsrück Kreises, Bürgermeister Thomas Bungert für die Verbandsgemeinde St. Goar Oberwesel und Ortsbürgermeister Hermann Josef Klockner für die Bürgerinnen und Bürger von Niederburg und dankten für die Jahrzehnte lange Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit.