
In diesem Jahr besteht das Niederburger Heiligenhäuschen seit 125 Jahren. Im Jahre 1882 löste es einen Bildstock ab, der seit Menschengedenken dort stand. Der stille Ort im Besitz der Zivilgemeinde wird schon immer in Notzeiten und besonders bei persönlichen Problemen von Hilfe und Ruhe Suchenden besucht.

Nicht wenig überrascht ist man, wenn man von Menschen auf das Heiligenhäuschen angesprochen wird, die keine Niederburger sind. Nachgefragt, wo die Detailkenntnisse herkommen, erhält man oft zur Antwort, dass diese Männer und Frauen, egal ob und welcher Religionsgemeinschaft sie angehören, in persönlichen Anliegen in dem kleinen Haus Ruhe und Kraft finden für viele Probleme des Alltags. Immer wieder, so eine der Aussagen, fährt man dort hin, egal ob am Morgen oder am späten Abend.
Aufgefallen ist diesen Besuchern auch mit wie viel Liebe das kleine Haus der Ruhe und Besinnung von Menschen gepflegt und unterhalten wird, die dies immer für Gotteslohn tun ohne je nach Geld zu fragen.
Zur Quälerei wird diese Pflege, wenn wieder einmal überdimensionale Kerzen abgebrannt werden und diese teilweise schwallartig ihr Wachs vergießen. Das flüssige Wachs läuft über Bänke und Wandverkleidung auf den Boden. Teilweise stundenlang und mit nur mäßigem Erfolg müssen diese Teile wieder gereinigt werden. Der Schutzlack der Bänke ist auch davon schon dermaßen ruiniert, dass er erneuert werden muss. Wand und Boden sind mit Wachsspritzern übersät.
Deshalb wird hiermit noch einmal die Bitte vieler Besucher weitergegeben, so wie es der überwiegende Teil bereits tut, nur noch Öllichte oder andere kleine Kerzen zu entzünden. Ferner sollte man an die denken, die in schon fortgeschrittenem Alter das Haus pflegen und die Wachsverunreinigungen ohne Schäden am Inventar beseitigen müssen.
Eine weitere Bitte: Gesucht werden Männer, die bereit sind, die Bänke des Heiligenhäuschens auf zu arbeiten und neu mit Schutzlack zu versehen. Die Arbeiten können gerne in warmen Räumen in der Mehrzweckhalle oder an anderer Stelle erfolgen. Dies wäre dann der diesjährige Beginn der geplanten Renovierungen am und um das Heiligenhäuschen. Die Arbeiten sollen mit einer Festveranstaltung abgeschlossen werden, deren Zeitpunkt und Organisations-form noch festgelegt werden soll.
Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister