
Tolle Abende voller Überraschungen und gelungenen Szenen, farb- und schauspielerischen Effekten, einem überaus dankbaren und begeisterten Publikum sind vorbei. Ein an allen fünf Vorstellungen gelungene Gesamtleistung haben Niederburger Jugendliche wieder geboten. Freude und Vergnügen pur hat DASTOBI vermittelt.
Was seit vergangenem Herbst in den Köpfen geisterte und seit Fastnacht nach und nach in Szene gesetzt wurde, was Motivationshöhen und tiefe Löcher der gleichen Kategorie produzierte, hat ca. 1.000 Zuschauer begeistert und zu stehendem Applaus ermuntert.
Monatelanges planen, proben, schneidern, montieren, malen und gestalten aller Art liegen hinter der mittlerweile weit über den direkten heimischen Raum für ihr hohes Niveau bekannte Niederburger Jugendtheatergruppe. Zuschauer und ganze Gruppen aus den Räumen um Mainz und Koblenz finden Niederburg auf der Rheinhöhe, nicht nur wegen der schönen Aussicht, sondern der tollen Theaterabende wegen.
Canterville, das schon fast historisch zu nennende Theaterstück war diesmal in Form eines aufgepeppten Musicals ausgesucht worden. Oscar Wildes Gruselkomödie spielt im versnobten England, in das sich eine amerikanische Familie mit dem Kauf eines Schlosses verirrt. Kein englisches Schloss ohne gruseligen Geist, kein Theaterstück das mitternächtliche Schauer erzeugt und diese über den Rücken laufen lässt.

Mit dem Einzug nimmt das Schicksal seinen Lauf. Das erste Aufeinandertreffen von amerikanisch Überrealistisch und englisch Versnobt verläuft von da an nicht spannungsfrei. Zum ersten Mal erregt man die Neugier des Geistes von Canterville. Eine turbulente Szenenfolge, die Dramatik mehrerer aufkommender Liebschaften inklusive, auch die die zu einem Geist beinhalten folgen
Hervorragend mit Kleidung, Beleuchtung und Choreografie in Szene gesetzt wird das Publikum überwältigt vom Auftritt der vielen Geister, die der alte Canterville alle ins ratslose Jenseits befördert hat.
Der Schluss des Stückes hat nicht das übliche heile Welt Ende, sondern ein tragisches Ende. Die Tochter des Hauses verliebt sich in den Geist und befreit diesen aus seinem unruhigen Dasein.
Bei jeder der Vorstellungen waren die Besucher gefesselt und begeistert. Showeffekte, Tanzeinlagen, dramatische Liebesszenen und die Farbexplosionen beim Auftritt des Gespenstes trugen zur Faszination des Publikums bei.
Das Ganze bringt seit nun acht Jahren Marlene Lenz unter einen Hut und auf die Bühne. Mit Monate langen, tage- und abendfüllendem Programm um das zu übende Theaterstück und die Förderung jedes Einzelnen der Truppe ist alleine ihr Verdienst. Da werden Talente zu Tage gefördert, da werden Stubenhocker zu zuverlässigen Partnern, da werden Spieler in ihren Rollen zu Meistern der Unterhaltungskunst. Auf den Leib geschneidert passen die Figuren zu den geforderten Charakteren.
Danke zu sagen gilt es allen, die in irgend einer Weise zum Gelingen der Aufführungen beigetragen haben, den Schauspielern, den Technikern, dem Bühnenpersonal, den Bedienungsmannschaften, den Helferinnen und Helfern hinter der Bühne und der Theke. Danke ganz besonders der gesamten Familie Lenz, die nicht nur die Arbeit von Marlene Lenz geduldet, sondern rückhaltlos alle Aktivitäten gefördert hat.

In einem Dorf mehr als 50 Jugendliche zu begeistern, mehr als die gleiche Zahl Erwachsene einzubinden und mitzufördern und zu fordern ist eine unbezahlbare Sache. Das, was hier an Investitionen in die Zukunft geleistet wird, ist mit keinem Gold der Welt aufzuwiegen. Hier lernen junge Menschen miteinander Spaß zu haben, Verantwortung zu übernehmen, eigene Talente zu finden, den eigenen Egoismus unterzuordnen, zuverlässig übertragene Aufgaben zu übernehmen, da werden Einzelgänger zu geschätzten und geforderten Gruppenmitgliedern. Jugendliche erleben, dass man alleine kaum etwas Großes bewegen kann, das man aber gemeinsam Spitzenleistungen produzieren kann.
Alles in allem eine gelungene Leistung, ein überaus zufriedenes Publikum, eine Theatergruppe, die sich heute schon freut auf die nächsten Auftritte zum zehnjährigen Jubiläumsjahr 2008.
Für die, die noch einmal die Höhepunkte in tollen Fotos, aufgenommen von Udo Conredel, sehen wollen und für all die, die Vorstellungen nicht sehen konnten haben wir eine Auswahl in dieser Homepage eingestellt. --> ![]()
Danke allen DASTOBIs für eine tolle Gemeinschaftsleistung, aber auch allen, die ohne große Worte die Arbeit der Jugendlichen unterstützt haben.
Hermann Josef Klockner, Ortsbürgermeister